Rübig: "Strafzölle belasten Konsumenten"

Irrationale Maßnahmen schaden EU- und US-Wirtschaft. Verhandlungslösung anstreben, Gegenmaßnahmen vorbereiten.

Brüssel, 9. März 2018 (ÖVP-PD) "Irrational, abwegig und kostspielig für alle Beteiligten." So bezeichnet Paul Rübig, Vorsitzender der internationalen WTO-Parlamentarierversammlung, die Einführung der US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumerzeugnisse. "Dieser Schritt ist nicht nur für europäische Hersteller schmerzhaft sondern trifft vor allem die verarbeitende Industrie in den USA hart, für die Stahl- und Aluminiumerzeugnisse unverzichtbare Ausgangsprodukte sind."

"Experten sind sich einig, dass die US-Stahl- und Aluminiumkocher zwar ein paar tausend Jobs gewinnen, die restliche US-Wirtschaft aber im Gegenzug zehntausende Industriearbeitsplätze verlieren wird", sagt Rübig. "Viele Produkte werden teurer, weil die Grundstoffe mehr kosten. Damit belasten die Zölle auch die Konsumenten."

Dieser Schritt ist nicht nur für europäische Hersteller schmerzhaft sondern trifft vor allem die verarbeitende Industrie in den USA hart.
Paul Rübig MEP

"Bevor die US-Zölle in zwei Wochen in Kraft treten, können noch Ausnahmen für Europa verhandelt werden. Als Druckmittel gegenüber den USA muss die EU sofort beginnen, Gegenmaßnahmen vorzubereiten", sagt Rübig. "Denn wir müssen bereit sein, entschlossen zu reagieren, wenn die US-Regierung uneinsichtig bleibt. Eine WTO-Klage gegen die Einführung der Strafzölle soll die EU dann gemeinsam mit anderen Staaten einbringen. Zudem sollten wir neue Anreize für Direktinvestitionen in Europa überlegen. Und Internetkonzerne müssen endlich ihre Steuern für ihre Wertschöpfung in Europa auch hier bezahlen, damit Klein- und Mittelbetriebe entlastet werden können."

"Klar ist jedenfalls, dass der Weg des Protektionismus ein falscher ist", schließt Rübig. "Klare Regeln im Welthandel haben in den letzten Jahrzehnten wesentlich zur positiven Wirtschaftsentwicklung und zum steigenden Wohlstand in den USA wie in Europa beigetragen."

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