Rübig kontert Roaming-Studie

Utl.: Gewinner auf beiden Seiten: Zuwächse am heimischen Mobilfunk-markt und endlich konsumentenfreundlichere Preise

Brüssel, 7. November 2008 (ÖVP-PD) "Man kann es nicht oft genug sagen: Die EU-Roamingregulierung hat nicht nur den österreichischen Konsumenten, die in anderen EU-Mitgliedsstaaten  telefonieren letztendlich erhebliche Begünstigungen gebracht, sondern auch den vielen Millionen Konsumenten, die jedes Jahr Österreich besuchen. Auch die Mobilfunkbetreiber müssen sich eingestehen, dass die Roamingpreise, die zuvor zigfach über den Entstehungskosten gelegen sind, jetzt bis zu 43 Prozent gefallen sind. Dass Dank einer einheitlichen Regelung", so der ÖVP-Europaparlamentarier und Telekomexperte Dr. Paul Rübig heute zu den Ergebnissen einer von A1, T-Mobile und Orange in Auftrage gegebenen Studie. "Die EU-Roamingregulierung soll vor allem Schockrechnungen verhindern, aber die Betreiber nicht davon abhalten durch Roaming auch Gewinn zu machen", so Rübig weiter. ****

Trotz der beanspruchten Rückgänge der Einnahmen erzielen Betreiber noch immer gesunde Gewinne durch Roaming. "Die Roamingregulierung erlaubt den Unternehmen eine Gewinnmarge von 60 Prozent. Das ist viel höher als bei anderen Diensten und zudem gibt es noch genügend Spielraum für Wettbewerb. Es liegt also ganz alleine an den Netzbetreibern und ihrer Unternehmenspolitik. Während sich die drei größten Betreiber bei den Preisen immer an das obere Limit halten, hat der viertgrößte Mobilfunkanbieter, Hutchinson 3, diese Regulierung bereits begrüßt und verrechnet in den eigenen Netzen gar keine Roaminggebühren. für ihre Konsumenten", zeigt sich Rübig erfreut. "Durch die Taktung  - bis 60 Sekunden - werden den Kunden von den Telekommunikationsbetreibern europaweit ohnehin aktiv 24 Prozent und passiv 19 Prozent mehr Minuten verrechnet, als tatsächlich telefoniert wurden".

Die verwendeten Daten der Studie würden sich außerdem nur auf die beiden ersten Quartale dieses Jahres beziehen. "Somit sind auch die wahren Begünstigungen, die durch heurigen Sommerurlaubsverkehr entstanden sind, noch nicht miteinbezogen worden. Ergebnisse der Europäischen Regulierungsstellen zeigen auch, dass es positive Auswirkungen auf das Roamingvolumen in Österreich gibt ", stellt Rübig die von den drei Betreibern selbst in Auftrag gegebene Studie richtig. "Die österreichische Regulierungsbehörde hat sogar festgestellt, dass das Volumen am heimischen Markt beträchtlich gestiegen ist, was dazu geführt hat, dass der durchschnittlichen Umsatz pro Verbraucher sogar höher ist, als der EU-Durchschnitt".

Laut österreichischer Rundfunk- und Telekommunikationsregulierungsbehörde (RTR) haben sich insgesamt die Investitionen am heimischen Mobilfunkmarkt erhöht, alleine im letzten Jahr um 24 Prozent auf 530 Millionen Euro. "Darüber hinaus hat Orange Österreich eine zusätzliche Frequenz am Breitbandmarkt erhalten. Aber nicht nur das - einige der besten Angebote der europaweiten SMS-Roamingdienste werden in Österreich angeboten und zwar 100 SMS für nur 10 Cent pro Nachricht. Und das alles freiwillig", so der Telekomexperte. "Eindeutiges Ziel der EU-Gesetzgebung in diesem Bereich ist es, am europäischen TK-Markt Wettbewerrb herzustellen. Dieses Ziel ist erreicht, wenn es für den Kunden keinen Unterschied mehr macht, ob er in seinem Heimatland oder in einem anderen EU-Mitgliedsland telefoniert. Eine transparente Tarifgestaltung ist dabei ein wesentliches Element. Es wäre wünschenswert zu wissen, was man zahlt, bevor man eine Dienstleitung in Anspruch nimmt, zum Beispiel beim Datenroaming. Das ist auch in allen anderen Wirtschaftsbereichen so üblich".

"Als Wirtschaftsvertreter fordere ich selbstverständlich Investitionsanreize für den ITK-Bereich. Degressive Abschreibungsmodelle sowie Investitionsfreibeträge können wichtige Impulse geben. In diesem Bereich ist die EU allerdings nicht zuständig. Hier ist die nationale Gesetzgebung gefordert.", so Rübig abschließend.

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