Parlamentarische Anfrage zum Thema Internationalisierung von KMUs

2. Dezember 2016   
E-009182-16
Anfrage zur schriftlichen Beantwortung an die Kommission
Artikel 130 der Geschäftsordnung
Antonio Tajani (PPE) , Paul Rübig (PPE) , Markus Ferber (PPE) , Markus Pieper (PPE)

In den kommenden Jahren werden voraussichtlich 90 % des weltweiten Wachstums außerhalb der EU erzeugt. Bis 2030 dürften 60 % des weltweiten BIP auf die Märkte der Entwicklungs‐ und Schwellenländer entfallen. Angesichts der höheren Marktintegration können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in globalen Wertschöpfungsketten eine wichtige Rolle spielen.

Allerdings führen nur wenige kleine Unternehmen in Europa (13 %) Güter und Dienstleistungen in Drittstaaten aus, wohingegen 25 % der KMU auf dem Binnenmarkt tätig sind.

Für die Wettbewerbsfähigkeit, das Wirtschaftswachstum und die Innovationen in Europa ist es entscheidend, dass die Internationalisierung kleiner Unternehmern vorangetrieben und ihnen der Zugang zu Drittmärkten erleichtert wird.

Vor diesem Hintergrund wird die Kommission gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

Gedenkt die Kommission, eine umfassende Strategie für die Internationalisierung von KMU vorzulegen?

Wird sie im Rahmen einer COSME-Ausschreibung ein Pilotprojekt für die Schulung und Beratung von KMU zum Thema Internationalisierung entwickeln?

Hat sie vor, eine eigene Konferenz über die Internationalisierung von KMU zu veranstalten, u. a. um dadurch die entsprechenden Informationen für die europäischen Regionen zugänglicher zu machen?

 

8. Februar 2017   
E-009182/2016
Antwort von Frau Bieńkowska im Namen der Kommission

In der Strategie der Kommission für die Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU)(1) werden die KMU darin bestärkt, sich das Wachstum der Märkte außerhalb der EU insbesondere durch marktspezifische Förderung und Unternehmerschulung zunutze zu machen. Die Unterstützung von Unternehmensaktivitäten von KMU außerhalb der EU ist für die Kommission eine wichtige politische Priorität (siehe die Strategie „Handel für alle“(2)), mit der sichergestellt wird, dass die Belange der KMU in allen Handelsvereinbarungen besonders berücksichtigt werden. Die Kommission bemüht sich auch um eine wirksame Wirtschaftsdiplomatie der EU, mit der die Internationalisierung europäischer Unternehmen, insbesondere der KMU, gefördert werden soll.

Durch die Dimension des Marktzugangs des Programms für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und für kleine und mittlere Unternehmen (COSME) bietet das Enterprise Europe Network (EEN), das in mehr als 60 Ländern vertreten ist, Ressourcen und Beratung für Unternehmen, die auf neuen Märkten Fuß fassen wollen. Über COSME wurde 2016 eine spezifische Ausschreibung auf den Weg gebracht, mit der die Internationalisierung von KMU ausgebaut und ihre Bereitschaft zur Internationalisierung auf Zielmärkten gestärkt werden sollen. Außerdem erklärte die Kommission in ihrer Initiative für Start-up‐ und Scale-up-Unternehmen(3) 2016 ihre Bereitschaft, das Programm Erasmus für Jungunternehmer auf Gründerzentren und Unternehmer auf internationalen Märkten auszuweiten. Die Kommission unterstützt die Teilnahme von KMU an internationalen Messen und Clusterprojekten zur Internationalisierung.

Die Kommission arbeitet daran, Synergien zwischen den Initiativen zur Internationalisierung zu maximieren, damit gewährleistet ist, dass KMU optimal davon profitieren können. Für 2017 ist keine speziell auf die Internationalisierung von KMU ausgerichtete Konferenz geplant.


(1)    KOM(2011) 702 endgültig.
(2)    COM(2015) 497 final.
(3)    COM(2016) 733 final.

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